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Messersystem gegen verstopfte Pumpen

In einem Hagener Regen-Rückhaltebecken kam es nach starken Regenfällen häufig zu verstopften Pumpen. Die Pumpen konnten die Menge an Abfällen im Wasser nicht mehr bewältigen. Durch die Ausfälle kam es zu zusätzlichen Arbeitsaufwand und Kosten. Abhilfe leisten Chopperpumpen der Landia GmbH, die im Juli diesen Jahres von Pumpentechnik Sprenger (PTS), Bochum, eingebaut wurden.

 

Textile Toilettenpapiere und andere Hygieneartikel führen bei konventionellen Pumpen schnell zu Problemen. Kritisch sei in diesem Zusammenhang auch die Verringerung der Spülwassermenge, etwa durch Toiletten mit Spartaste. Auf der Suche nach einer dauerhaft betriebssicheren Lösung für solche Fälle nahm PTS im Januar 2013 erstmals Kontakt zur Landia GmbH auf. Die Pumpen des dänischen Herstellers werden oft in aggressiven Umgebungen eingesetzt und sind auf harte Betriebsbedingungen ausgelegt, so dass sie über eine lange Laufzeit betriebssicher arbeiten. Laut Unternehmensangaben sollen Wartungs-Aufwand und -Kosten niedrig sein.

 

Das Messersystem der Landia-Modelle bildet eine Einheit, die von Pumpengehäuse und Laufrad getrennt ist. Dadurch soll gewährleistet sein, dass grobe Feststoffe vor dem Eintreten in das Pumpengehäuse zerkleinert werden, so dass Pumpengehäuse und nachfolgende Rohrleitungen nicht verstopfen. Weiterhin sind Laufrad und Gehäuse durch das davorsitzende System aus schleißfesten Stahl-Messern, die sich bei Bedarf auswechseln lassen, vor Verschleiß sowie einer Beschädigung durch Fremdkörper geschützt. „Die Ergebnisse, die wir mit Tauchmotorpumpen der DG-I-Baureihe sowie mit den trockengestellten Abwasser-Block-Pumpen der MPTK-I-Serie bei verschiedenen Kunden erzielen konnten, waren überaus zufriedenstellend“, resümiert PTS-Geschäftsführer Gerald Sprenger seine bisherigen Erfahrungen.

 

Spezielle Konstruktion für schwierige Medien

Die DG-I-Baureihe ist auf die Zerkleinerung und das Pumpen von Mediumsgemischen, wie etwa Abwasser mit groben Trockenstoffteilen, ausgelegt. Sie eignet sich zudem für Schlamm oder Papierpulp. Das Messersystem zerkleinert dabei die Trockenstoffteile und hält die Einsaugöffnung frei. Das Flügelrad wurde für schwierige Medien konstruiert, wobei eine Leitspur im Gehäuse gewährleisten soll, dass Trockenstoffteile nicht in der Pumpe stecken bleiben. „Aufgrund dieser Merkmale ergeben sich weitere Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise in Biogasanlagen, in der Papierindustrie, in Schlachtereien, in der Fischindustrie oder in Kläranlagen“, erläutert Cord Cassens, Vertriebsleiter der Landia GmbH.

 

Für solche Industrieanwendungen, bei denen mit mittlerem Druck gearbeitet wird, sind vierzehn Motorgrößen von 0,55 bis 30 kW lieferbar, die bei Bedarf auch explosionsgeschützt ausgeführt werden können. Der Pumpendurchmesser liegt, je nach Motorgröße, zwischen 50 und 150 mm, die maximale Leistung bei etwa 475 m³/h. „Für die genaue Dimensionierung werden der Anwendungszweck, das Medium, der gewünschte Druck beziehungsweise die Leistung, der Trockenstoffinhalt sowie die Temperatur und die Förderhöhe berücksichtigt“, fügt Cassens hinzu. Für die wahlweise horizontale oder vertikale Montage und die Bedienung gibt es ein umfassendes Zubehörprogramm. Motor- beziehungsweise Pumpengehäuse und Flügelrad sind aus W 0.6025 gefertigt, das Messersystem aus gehärtetem Stahl.

 

Funktionsfähig bei verschmutzten Abwässern und Schlamm

Im Fall des Regen-Rückhaltebeckens im Hagener Ortsteil Bathey mussten die Tauchpumpen zunächst einen Härtetest bestehen, da vor Inbetriebnahme auf eine Reinigung des Beckens verzichtet wurde. „Ein Test im Juli 2013 sollte zeigen, ob die Landia-Pumpen in der Lage sein würden, die erheblichen Schmutzfrachten zu bewältigen“, so Sprenger. Bevor die erste Pumpe vom Typ DG-I 105/11 kW in Betrieb gehen konnte, fertigte PTS einen Adapter für die neue Entleerungspumpe an. Das war nötig, weil die bisher eingesetzten Pumpen keinen DIN-Flanschanschluss hatten, sondern mit einer herstellerspezifischen Einhängevorrichtung ausgestattet waren. Ein Austausch des vorhandenen Fußstücks kam aus Kostengründen nicht in Betracht.

 

Laut dem Unternehmen ließen sich stark verschmutzte Abwässer und Schlamm problemlos fördern. Aufgrund dieser Erfahrungen wurde im November 2013 die bisher eingebaute Restentleerungspumpe durch eine DG-I 80/4 kW mit entsprechendem Adapter ersetzt. Im April 2014 wurde auch die zweite Entleerungspumpe gegen eine Landia DG-I 105/11 kW ausgetauscht, die dritte soll in diesem Jahr folgen.

 

Erhöhte Gasausbeute durch Chopperpumpen

In mehreren Kläranlagen hat PTS außerdem trockenaufgestellte Chopperpumpen der Baureihe MPTK-I eingebaut. Dort wurden zuvor so genannte Heizschlamm-Umwälzpumpen zur Beschleunigung der Ausfaulung in den Faultürmen genutzt, bei denen es ebenfalls zu Verstopfungsproblemen kam. „Nach dem Austausch stellte der Betreiber als positiven Nebeneffekt auch einen erhöhten Gasanfall fest“, so Sprenger. In einem anderen Fall musste bereits geklärtes Abwasser gefördert werden, jedoch setzten Fadenalgen die Pumpen mit der Zeit zu. Durch den Einsatz von zwei Landia MPTK-I konnte das Problem behoben werden.
 

Die Chopperpumpe, deren Gehäuse wie das der Tauchpumpen aus Gusseisen ist, wird außerhalb des Tanks im Freien angebracht und soll leicht zu überwachen und zu warten sein. Die Flüssigkeit wird durch geschlossene Rohre zur Pumpe hin und von ihr weg transportiert. Auch hier sind 14 Motorgrößen von 0,55 bis 30 kW erhältlich, die maximale Leistung liegt bei etwa 475 m³/h. Die Pumpe kann mit Standard- oder erweitertem Messersystem geliefert werden und ist auch als Druckerhöher über größere Entfernungen einsetzbar. Montieren lässt sich die MPTK-I horizontal oder vertikal – mit Hilfe von speziellem Einbauzubehör auch in bestehenden Installationen.

 





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